Auf die "Regenbogenwoche" folgt die "Schüssel" im DAX
Keine Sorge, das sind keine etablierten Chartformationen die man kennen sollte. Vielmehr dient es als Vergleich, wie unentschlossen die Marktteilnehmer insgesamt agieren. Denn vor einer Woche sprachen wir in der Wochenanalyse über die "Regenbogenwoche" mit dem kompletten Abverkauf der neuen Rekordlevels und dem Rückbau der bis dato erzielten Gewinne im DAX. Diese Woche kehrte sich das Bild förmlich um, sodass ich diese beiden Bilder einmal kurz hintereinander in Augenschein nehmen möchte:
Kalenderwoche 29 mit Rekordhochs über 15.800:

DAX-Wochenverlauf
Kalenderwoche 30 mit Mehrmonatstiefs bis knapp 15.000 Zähler:

DAX-Wochenverlauf gleicht wieder einer Schüssel
Den zweiten Bezugspunkt habe ich etwas verrutscht, denn in dieser Handelswoche wurde nach dem Montag, der zu den schwächsten Handelstagen des Jahres zählte, doch noch ein Gewinn erzielt. Damit waren die Sorgen im Markt zwar nicht vom Tisch (Steigende Infektionszahlen und Inflationsangst), jedoch erst einmal erfolgreich verdrängt.
Mit der beginnenden Quartalssaison konnten teilweise sehr solide Ergebnisse den Aktienmarkt beflügeln, einige Prognosen für den Jahr angehoben und damit weiterer Schwung vollzogen werden. So meldete Daimler für das erste Halbjahr mehr als 8 Milliarden Euro Gewinn, Twitter in den USA einen überraschenden Gewinn und die EZB weiterhin volle Bereitschaft, die Wirtschaft mit hoher Liquidität zu unterstützen.
Aus diesem Mix heraus schlossen zum Wochenende die US-Indizes sogar auf Rekordhochs, also Dow Jones, S&P500 und Nasdaq zugleich.
Mit diesem "Hin und Her" an der Börse, auch Volatilität genannt, bleibt es mittelfristig weiterhin bei einer abwartenden Phase, die immer wieder hohes Momentum mit sich bringt, aber eben keine übergeordnete Richtung. Seit dem Bruch des Aufwärtstrend ab letztem Jahr März ist der Markt damit in eine breite Range übergegangen, die mehr oder weniger sauber durchlaufen wird:

Tageschart des DAX in breiter Konsolidierungszone
Bestes Beispiel war diese Handelswoche, als die Tiefs aus Juni und Juli bei 15.300 Punkten sehr schnell unterschritten und dann bereits zwei Tage später eindrucksvoll zurückerobert wurden.
Der Blick auf die einzelnen Handelstage zeigt noch einmal Marken auf, an denen man zumindest erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen sollte und gibt ein Feedback, in welchen Bandbreiten die Volatilität schwanken kann:

Handelstage des DAX aus Vorwoche
Was lässt sich in einer solchen Phase für das Trading ableiten?
DAX-Ideen ab dem 26.07.2021
Ausgehend von der Stärke der letzten vier Handelstage, an denen der DAX jeweils im Gewinn schloss, und mit Blick auf die robuste Verfassung der US-Aktienindizes, kann ein Fortschreiben der Bewegung erwartet werden. Den nächsten Trigger findet der Markt bei knapp über 15.700 Punkten. An diesem Bereich hatte er sich vor zwei Wochen mehrfach gestossen und hat ihn nun als Widerstand vor Augen:

Signallage zum DAX-Wochenstart
Auf der Unterseite sind noch zwei GAPs zu sehen, die wir an den letzten beiden Handelstagen im Markt zurückgelassen haben. Dazu kommen wir später.
Gelingt der Bruch der 15.700 ist technisch mit einem Anlaufen der Rekordhochs zu rechnen. Diese beiden Widerstände sind somit die letzten Hürden vor einer Rekordfeier im Stundenchart:

Widerstandslevel im DAX
Dies ist die positive Auslegung des Chartbildes. Halten wir uns die GAPs vor Augen und den Aufwärtstrend ab Dienstag, der am Freitag fast schon unspektakulär ausgelaufen ist, dann ergibt sich erst einmal ein Korrekturbedarf bis zu den GAPs und ggf. auch darüber hinaus:

Trendlinie der Woche gebrochen
Den 15.500er-Bereich würde ich hierbei als realistisch ansehen. Und wenn die große Range aus dem Tageschart weiterhin ihre Dominanz bis in den August hinein beibehält auch wieder die 15.300.
Es verspricht also weiter eine spannende Zeit an der Börse zu bleiben, ganz ohne das oft zitierte "Sommerloch".
Wirtschaftsdaten ab dem 26.07.2021
In diesem Abschnitt habe ich die wichtigsten Termine der kommenden Woche zusammengefasst. Ausführlich gibt es diesen Blick für jeden Handelstag mit weiteren Details auf diesem Kanal.
Für den Montag ist nur der Dallas Fed Herstellungsindex 16.30 Uhr zu beachten.
Am Dienstag steht der Blick auf die M3 Geldmenge in der EU um 10.00 Uhr an und am Nachmittag 14.30 Uhr der US-Auftragseingang langlebiger Güter sowie 14.55 Uhr der Redbook Index und 16.00 Uhr der Richmond Fed Produktionsindex.
Mittwoch blicken wir 14.30 Uhr auf die US-Warenhandelsbilanz und freuen uns dann 20.00 Uhr auf die FED-Zinssatzentscheidung mit Jerome Powell und der anschliessenden Pressekonferenz.
Für den Donnerstag geht es am Vormittag 11.00 Uhr um die Stimmung in der EU-Industrie und das Industrievertrauen. 14.00 Uhr folgen die Verbraucherpreise aus Deutschland und 14.30 Uhr dann wie gewohnt die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung. Parallel wird das US-BIP veröffentlicht.
Am Freitag erwarten uns dann 8.00 Uhr das BIP aus Deutschland und 11.00 Uhr aus der EU. 14.30 Uhr folgt der US-Arbeitskostenindex und vor dem Wochenende 21.30 Uhr dann wieder der Blick auf die CFTC-Daten.
Damit wünsche ich uns zum Start des Handels am Deutschen Aktienmarkt morgen viel Erfolg.
Dein Andreas Bernstein
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