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DAX-Morgenanalyse zum letzten März-Handelstag am 31.03.2022

DAX-Morgenanalyse zum letzten März-Handelstag am 31.03.2022

2022/03/31
08:23
Andreas Bernstein

Andreas Bernstein

JFD Research, Technical Analysis

Am Dienstag wurde im DAX noch ein Schwung verzeichnet, der den Index bis auf 80 Punkte an die runde 15.000er-Marke heranführte. Dies war ganz eindeutig ein Widerstandsbereich, den wir entsprechend skizziert hatten (Rückblick):

 

20220329 DAX Xetra Stundenchart

 

Im vergangenen Jahr noch als "große Unterstützung" über 10 Monate hinweg bekannt, dient eine solche Marke nun wieder als Bremse in der aktuellen Aufwärtsbewegung. Genau davor hatte der Markt am Mittwoch Respekt und stand vom Start weg unter Druck.

 

Negativ kamen zudem die Inflationsdaten aus Deutschland an. Die Inflationsrate ist im März mit 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit rund 40 Jahren gestiegen. 

 

So ergab sich direkt am Morgen eine neue Kurslücke, diesmal auf der Oberseite. Vom XETRA-Start ausgehend fielen die Notierungen und korrigierten damit die starke Bewegung vom Dienstag. Schnell wurde das Kursniveau erreicht, ab dem die Meldung zu Friedensreaktionen Russlands für den zweiten starken Anstieg führte. Der Ausspruch "Politische Börsen haben kurze Beine" hat damit erneut seine Gültigkeit bewiesen.

 

Das Abbremsen der Abwärtsbewegung sorgte jedoch nicht für eine Trendumkehr, sondern vielmehr für ein Auspendeln um die 14.600 Punkte-Region und damit verbunden zu einer engen Handelsspanne. Dieses "seitwärts" wurde dann auch während der Wall Street Session bis zum Handelsschluss beibehalten.

 

Aus den USA gab es ebenfalls keine weiteren Kaufanreize. Zwar stieg im vierten Quartal das Bruttoinlandsprodukt annualisiert um 6,9 Prozent, doch ist damit die US-Wirtschaft am Jahresende etwas schwächer gewachsen als Experten im Vorfeld vermutet hatten. Positiv präsentierte sich hingegen der US-Arbeitsmarkt. Die März-Daten vom privaten Jobvermittler ADP zeigten 455.000 neu geschaffene Jobs auf und gibt Hoffnung auf einen starken Arbeitsmarktbericht am Freitag 14.30 Uhr.

 

In Summe lagen 185 Punkte gestern zwischen dem Tagestief und dem Tageshoch mit zeitweise kaum spürbaren Bewegungen, als der Druck abflachte:

 

20220330 DAX Xetra Mittwochshandel

 

Die Vola halbierte sich damit zur Bandbreite von 370 Punkten am Dienstag und zeigte folgende Eckdaten an:

 

Börsenplatz

Xetra

Letzter Kurs

14.606,05

Performance

-1,45 %

Kurszeit

17:53:44

Eröffnung

14.712,32

Tageshoch

14.744,72

Tagestief

14.559,36

Vortageskurs

14.820,33

 

 

 

Wie skizziert das mittelfristige Bild?

 

Der DAX-Trend schwächt sich damit deutlich ab. Auf Sicht des Kalendermonats ist zwar der März nun rund ein Prozent im Gewinn, doch einen Handelstag gibt es in diesem Monat noch - heute.

 

Im Stundenchart sind diverse kurzfristige Trendlinie gebrochen. Ab dem größeren Gap zum Start der zweiten Märzwoche ist jedoch noch eine Linie erhalten geblieben:

 

20220330 DAX Xetra Stundenchart

 

Bricht dieser Trend, blicken wir auf drei spannende Gaps aus den letzten Wochen:

 

20220330 DAX Xetra Gaps

 

Vom Szenario her ist dabei ein Eintauchen oder das Schliessen vom oberen Gap gleichzusetzen mit dem Eintauchen in die alte Range der letzten beiden Wochen und ein erstes negatives Signal.

 

Ich habe den Trend im Endloskontrakt ebenso vorliegen, doch etwas geschwungen dargestellt, auch um zu zeigen, wie das Momentum entweicht:

 

20220331 DAX Endloskontrakt Stundenchart

 

Dieses abflachende Momentum kann der Markt nur "heilen", wenn er direkt am Morgen ansteigt. Mit einer positiven Vorbörse heute ist dies möglich. Immerhin hat im Nachthandel der Index etwas höhere Notierungen gezeigt und könnte damit auch einen Abwärtstrend ab den Mittwochshochs hinter sich lassen:

 

20220331 DAX Endloskontrakt Vorboerse

 

Damit wäre das aufwärtsgerichtete Momentum nicht ausgereizt und wir könnten mittelfristig einen neuen Anlauf zur 14.700 bis 14.725 sehen.

 

Aus dem Wirtschaftskalender sind folgende Termine zu entnehmen.

 

Direkt am Morgen blicken wir auf die Einzelhandelsumsätze aus Deutschland und später auf die Arbeitsmarktdaten.

 

11.00 Uhr werden die adäquaten Daten aus der EU veröffentlicht, eingerahmt von Reden aus dem EZB-Umfeld.

 

Um 14.30 Uhr stehen eine Menge US-Daten auf der Agenda. Die persönlichen Einkommen, die Privatausgaben und auch wieder die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung.

 

Der Chicagoer Einkaufsmanagerindex rundet 15.45 Uhr die Impulse aus dem Wirtschaftskalender ab.

 

Damit wünsche ich uns zum Handelsstart in das Trading gleich viel Erfolg und freue mich, wenn Du entsprechend in den anderen Formaten vorbeischaust.

 

Dein Andreas Bernstein

 

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