Am Freitag zum Handelsstart skizzierte sich ein Minus, welches über den Handelstag immer weiter ausgebaut wurde. Die Furcht vor einer nuklearen Katastrophe infolge der russischen Invasion in der Ukraine drückte den DAX immer tiefer und ließ auch an den Tiefs aus dem Januar des vergangenen Jahres nur eine kurze technische Reaktion zu. Letztlich unterschritt der Index die 13.300er-Marke, die wir uns als potenzielles Long-Ziel später noch einmal ansehen.
Etwas positiver sah es in Amerika aus. Denn die US-Arbeitslosigkeit war im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gesunken, wobei sie sich damit dem Niveau vor der Coronapandemie von 3,5 Prozent deutlich annähert. Zum Vergleich: Insgesamt sind 6,3 Millionen Menschen in den USA ohne Arbeit und vor der Pandemie waren es 5,7 Millionen. Im Februar wurden zudem außerhalb der Landwirtschaft 678.000 neue Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als die 423.000 von Analysten erwartet und es gab keine Lohnsteigerung.
Insgesamt konnte damit die Wall Street auf Tages- und Wochensicht das Minus minimieren, während im DAX der Minustrend erst wieder mit dem Handelsschluss beendet wurde. Der letzte Kurs bildete wie am Donnerstag schon das Tagestief und befand sich genau 468 Punkte unter dem Tageshoch. Vom Gap weg sah man den Druck im Markt deutlich, Aktien auf breiter Basis zu verkaufen:

20220304 DAX Freitagshandel
Ein Minus von über 4 Prozent wurde am letzten Handelstag der hinterlassen, wie man an diesen Tagesparametern ablesen kann:
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Börsenplatz |
Xetra |
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Letzter Kurs |
13.094,54 |
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Performance |
-4,41 % |
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Kurszeit |
17:48:03 |
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Eröffnung |
13.485,98 |
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Tageshoch |
13.562,60 |
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Tagestief |
13.094,54 |
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Vortageskurs |
13.698,40 |
Die gesamte DAX-Woche zeigte uns auf, wie nervös Anleger auf das geopolitische Umfeld reagieren. Der Monatswechsel brachte keine Entspannung, sondern zeigte vielmehr eine Zuspitzung der Gesamtsituation. Nachdem der Februar bereits mit einem Verlust, der in seiner Höhe etwa einer durchschnittlichen DAX-Jahresperformance entsprach, geschlossen hatte, nahm der bisherige März an Dynamik sogar noch und erreicht nun die 10 Prozent-Marke:

DAX-Monatsperformances 2021 und 2022
Wo stehen wir im Big Picture?
Optisch schaut das große Chartbild schon nach einer Art "Panikphase" aus. Aktionäre werfen ihre Aktien auf den Markt, um Gewinne der vergangenen Jahre zu sichern oder um neu angelaufene Verluste zu minimieren. Ein sonst normaler Prozess wird in der Menge an Orders dann zu einem starken Trend.
Im Big Picture haben wir am Freitag sogar die Tiefs aus dem Vorjahr unterschritten. Um 13.000 zeigt sich nun eine breite Range, die im letzten Quartal 2020 mehrfach Bedeutung erlangte:

20220305 DAX Xetra Big Picture
Doch blicken wir auf den Endloskontrakt am Morgen, ist dieses Bild schon wieder "veraltet" und muss überarbeitet werden. Im Endloskontrakt befanden wir uns schon deutlich tiefer:

20220307 DAX Endloskontrakt big
Meine Spekulation am Wochenende zielte auf eine Gegenbewegung und damit Beruhigung ist dem Markt ab. Die geopolitischen News stützen dies jedoch nicht.
So ist zwar technisch im Xetra-Chartbild deutlich Platz für eine Erholung bis zum 13.300er-Bereich (Jahrestiefs 2020) und den Trendlinien, aber der Impuls ist noch nicht in Sicht:

20220305 Wochenverlauf DAX Xetra
Im Abgleich mit dem Endloskontrakt in der Vorbörse haben wir uns von diesen Erholungslevels erneut entfernt und weitere Zweijahrestiefs generiert:

20220307 DAX Endloskontrakt Vorboerse
In diesem Chartbild hat sich damit ein eigener Abwärtstrend ausgebildet, den ich heute morgen als erste Orientierung nutze:

20220307 DAX Endloskontrakt Trend
Negativ wirkt am Morgen übrigens weiter der hohe Ölpreis (Stand des Jahres 2008) und nun auch ein Goldpreis, der die 2.000 US-Dollar berührt.
Termine für den Montag
Ausführlicher werden diese Themen im Livetradingroom am Montagnachmittag ab 15.30 Uhr erneut aufgegriffen.
Aus dem Wirtschaftskalender sind auch heute wieder einige Termine verankert, die ich hier kurz aufliste.
Wir starten 8.00 Uhr mit den Werkaufträgen und Einzelhandelsumsätzen aus Deutschland.
10.30 Uhr wird das Sentix Investorenvertrauen aus der EU veröffentlicht.
Aus den USA sind nur die Verbraucherkredite um 21.00 Uhr als Ankerpunkt im Wirtschaftskalender hinterlegt.
Damit wünsche ich uns zum Start in die neue Handelswoche schon jetzt viel Erfolg.
Dein Andreas Bernstein
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