Am großen Chartbild des DAX, der Konsolidierung auf die Kursgewinne des Wochenstarts, hat sich gestern nichts geändert. Wir starteten zunächst ohne neue Kurslücke im Bereich der 15.700. Dort versuchte der Index bereits am Mittwoch einen Boden auszubilden.
Bereits in der ersten Tageshälfte fiel diese kleine Unterstützung und wir rutschten knapp 100 Punkte tiefer, um dort ein neues Unterstützungsniveau auszubilden. Dies gelang dann mit dem neuen Tagestief bei 15.613 Punkten sehr schnell. In dieser Region fand die Fortsetzung der Konsolidierung für den DAX bis zum Handelsende statt.
Impulse aus Sicht des Wirtschaftskalenders gab es nicht. Auch wenn die US-Arbeitsmarktdaten einen historischen Wert lieferten. Mit Blick auf die Zahl der Erstanträge von Arbeitslosenunterstützung gab es eine kleine Sensation. Diese fielen in der Woche zum 4. Dezember auf saisonbereinigter Basis um 43.000 auf 184.000 zurück. Das ist statistisch beleuchtet der niedrigste Wert seit der Woche zum 6. September 1969 und war in diesem Umfang vorab von den Analysten nicht erwartet worden.
Dennoch feierte sich die Wall Street nicht. Der Dow Jones pendelte lange um die Nulllinie und der Nasdaq rutschte immer weiter ins Minus. Sorgen um eine zu schnelle Anhebung der US-Zinsen dominierten eher das Marktgeschehen als die Freude über eine Lösung zur neuen Coronavirusvariante.
In Summer blieb es beim DAX bei weiter abnehmendem Momentum, was hier direkt im Chartbild von Guidants dargestellt ist:

Direkt unter dem gestrigen Bodenbildungslevel ist noch der Bereich zu sehen, welcher uns von der Kurslücke am Dienstag trennt. Gewinne dieses Tages schmolzen damit weiter ab.
Der Verlauf ging mit einem Rücklauf der Volatilität einher. Sie betrug heute weniger als 100 Punkte. Dabei wurden diese Xetra-Rahmendaten aufgezeichnet:
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Eröffnung |
15.705,93 |
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Tageshoch |
15.721,48 |
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Tagestief |
15.613,40 |
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Vortageskurs |
15.687,09 |
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Schlusskurs |
15.639,26 |
Dauert diese Konsolidierung auch am Freitag weiter an?
Im Big Picture ist der DAX weiter "gefangen" zwischen zwei Kurslücken. Dem Rest des Gaps vom Black Friday auf der Oberseite und der Kurslücke vom Dienstag, als der Index mit hohem Momentum einen Shortsqueeze vollzog:

Auf der Unterseite sieht man zudem deutlich die Unterstützungszone nahe der 15.000er-Marke. Aber auch den Abwärtstrend, der sich weiterhin von den Rekordhochs ausgehend erstreckt und den Markt deckelt.
Kurzfristiger ist hier sogar ein Dreieck sichtbar, welches im Stundenchart dann das Kurslevel weiter einrahmt:

Erst ein Ausbruch aus diesen Bereichen, zunächst zu den jeweiligen Kurslücken und als weiterer Trigger prozyklisch beim Überschreiten der Trendlinien, dürfte das Momentum wieder nach oben bringen.
Mit Blick auf den Endloskontrakt und der Vorbörse muss das erste Chartbild dieser Analyse fast schon revidiert werden. Im Nachthandel haben die Tiefs vom Donnerstag keinen Halt geboten. Wir notieren aktuell unter 15.600 Punkten und nähern uns damit der unteren Kurslücke:

Bis zu dieser Gap-Kante halte ich den DAX weiterhin für träge und gehe erst dort von einer kräftigeren Gegenbewegung aus, die dann auch schnell an die gestrige Unterstützungszone von 15.620 Punkten führen kann.
Was steht an Terminen heute noch auf der Agenda?
Auch heute wird es den Livetradingroom wie gewohnt ab 10.00 Uhr geben. Mit Marcus Klebe tausche ich mich zu Forex, Rohstoffen und spannenden Aktien live aus:
Weitere Termine für Deutschland, die EU und die USA sind hier zusammengefasst.
Bereits 8.00 Uhr werden mit dem harmonisierten Verbraucherpreisindex weitere Daten aus Deutschland veröffentlicht.
Gegen 10.00 Uhr folgt eine Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde und im Anschluss von weiteren Notenbank-Mitgliedern.
14.30 Uhr blicken wir dann auf die Verbraucherpreise aus den USA. Sie werden auf Monats- und Jahressicht sowie mit Kernrate und einigen Abstufungen sicherlich für den ersten Impuls zur Wall Street Eröffnung sorgen.
16.00 Uhr steht dann das Uni Michigan Verbrauchervertrauen an, welches zusammen mit der Nachrichtenagentur Reuters erstellt ist.
Mit dem monatlichen Budget-Statement aus den USA schliesst die Woche 20.00 Uhr aus Sicht des Wirtschaftskalenders.
Damit wünsche ich uns zum Start des Handels am Deutschen Aktienmarkt gleich viel Erfolg.
Dein Andreas Bernstein
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