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Unterschied zwischen ATR und ADR – was Trader wirklich wissen müssen

Unterschied zwischen ATR und ADR – was Trader wirklich wissen müssen

2025/08/28
19:47
Marcus Klebe

Marcus Klebe

JFD Research, Technical Analysis

Unterschied zwischen ATR und ADR – was Trader wirklich wissen müssen

Im Trading stößt man häufig auf die Begriffe ATR (Average True Range) und ADR (Average Daily Range). Beide Indikatoren haben das Ziel, die Volatilität eines Marktes messbar zu machen – aber auf unterschiedliche Weise. Wer sie durcheinanderbringt, kann leicht falsche Schlüsse ziehen.

Der ATR wurde ursprünglich von J. Welles Wilder entwickelt und misst die „wahre Handelsspanne“ eines Marktes. Dabei berücksichtigt er nicht nur die Schwankung innerhalb eines einzelnen Tages (Hoch minus Tief), sondern auch mögliche Gaps zwischen Schlusskurs des Vortages und dem aktuellen Kurs. Der ATR wird über einen gleitenden Durchschnitt (z. B. 14 Perioden) berechnet und zeigt, wie stark der Markt im Schnitt schwankt. Trader nutzen den ATR häufig für das Risikomanagement, z. B. um Stopp-Abstände festzulegen oder Positionsgrößen zu berechnen.

Der ADR hingegen ist einfacher aufgebaut. Er misst lediglich die durchschnittliche Handelsspanne innerhalb eines Tages über einen gewählten Zeitraum (z. B. die letzten 20 Tage). Gaps bleiben dabei unberücksichtigt. Der ADR ist deshalb für Daytrader sehr beliebt, da er schnell eine Orientierung gibt, wie viel „Bewegungspotenzial“ man an einem typischen Handelstag erwarten kann.

Der wesentliche Unterschied:

  • ATR = umfassender, berücksichtigt auch Gaps, oft für Stops und Risiko-Kalkulation genutzt.

  • ADR = einfacher, zeigt nur die durchschnittliche Tagesrange, praktisch für die Tagesplanung.

Ein Beispiel: Wenn der ADR im DAX bei 200 Punkten liegt, kann ein Trader erwarten, dass der Index an einem durchschnittlichen Tag etwa 200 Punkte zwischen Hoch und Tief schwankt. Der ATR könnte jedoch etwas höher sein, wenn es öfter zu größeren Gaps im Markt kommt.

Fazit: Beide Indikatoren messen Volatilität, aber der ATR eignet sich besser für Risiko- und Money-Management, während der ADR eine schnelle Orientierung für das tägliche Bewegungspotenzial liefert. Profis nutzen oft beide, um ein vollständiges Bild der Marktdynamik zu bekommen.

Tageschart des AUDUSD mit der ATR

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