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Rückblick auf US-Government Shutdowns: Geschichte & Beinahe-Krisen

Rückblick auf US-Government Shutdowns: Geschichte & Beinahe-Krisen

2025/09/29
14:04
Marcus Klebe

Marcus Klebe

Daily Market Report, JFD Research

Rückblick auf US-Government Shutdowns: Geschichte & Beinahe-Krisen

Seit Mitte der 1970er Jahre sind Haushaltsstreitigkeiten in den USA ein regelmäßiges Phänomen. 1976 trat das Congressional Budget and Impoundment Control Act in Kraft, welches feste Fristen zur Verabschiedung des Haushalts einführt.

Allerdings führten frühe Finanzierungslücken nicht immer zu einem vollständigen Shutdown – das änderte sich erst ab 1980, als ein juristisches Gutachten entschied, dass bei ausbleibender Finanzierung Non-Essential Government Functions stillstehen müssten.

Bis heute gab es insgesamt etwa 23 Finanzierungslücken (Funding Gaps) seit 1976; von diesen führten ca. 10 zu richtigen Shutdowns mit Entsendung von Bundesangestellten in den unbezahlten Urlaub („furloughs“).

Ein paar markante Shutdowns:

  • 1995-1996 unter Clinton: ein Shutdown, der über drei Wochen ging und große Teile der Regierung lahmlegte.

  • 2013 unter Obama: ca. 16 Tage lang, ausgelöst durch Streit über den Affordable Care Act.

  • 2018-2019 unter Trump: mit 35 Tagen längster Shutdown in der US-Geschichte. Hauptstreitpunkt war die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko.


Beinahe-Shutdowns: Wie oft wurden Krisen abgewendet?

Es kommt häufiger vor, dass kurz vor einem möglichen Shutdown eine Einigung erzielt wird – oft durch sogenannte “Continuing Resolutions” (Übergangsfinanzierung), um den Betrieb aufrechtzuerhalten, bis ein endgültiger Haushalt beschlossen werden kann.

Beispielsweise am 30. September 2023 stand ein Shutdown unmittelbar bevor, wurde aber in letzter Minute durch ein Gesetz verhindert, das die Finanzierung kurzfristig sicherte.

Viele der frühen Funding Gaps (in den 1980er Jahren) führten nicht zu vollem Shutdown, weil Kongress und Präsident knapp vor dem Fristende Kompromisse fanden.


Auswirkungen & Trends

Shutdowns haben massive Auswirkungen auf staatliche Dienste: Regierungsbehörden werden geschlossen, viele Bundesbedienstete erhalten kein Gehalt (oder arbeiten ohne sofortige Bezahlung), öffentliche Einrichtungen wie Nationalparks schließen.

Wirtschaftlich kann ein Shutdown teuer sein – der längste 2018-2019 etwa kostete laut Schätzungen Milliarden Dollar.

In den letzten Jahrzehnten sind Shutdowns tendenziell länger geworden, besonders ab den 1990er/2000er Jahren. Kurze Shutdowns über ein paar Tage sind seltener, wenn die Streitpunkte größer sind.


Fazit

  • Shutdowns sind kein seltenes Phänomen in den USA, sondern Teil des politischen Haushaltszyklen.

  • Oft wird ein Shutdown kurz vor dem Stichtag noch abgewendet – aber wenn nicht, sind die Folgen recht spürbar, sowohl administrativ als auch wirtschaftlich.

  • Für Beobachter ist wichtig: nicht nur zu schauen, ob ein Shutdown passiert, sondern wie weit die Verhandlungen fortgeschritten sind – oft entscheidet sich in den letzten Stunden, ob ein Deal zustande kommt.

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