Erneut muss das Thema Bodenbildung im DAX verschoben und neu diskutiert werden. Der gestrige Handelsstart zeigte zwar zunächst Notierungen über 14.000 Punkten an, ließ dann aber direkt stark nach und hatte bereits an der markanten Zwischenzone von 14.050 Zählern Schwäche gezeigt. Sie war am Mittwochmorgen hier in der Analyse skizziert worden (Rückblick):

20220302 DAX Vorboerse Szenario
Genau dort wurde meine erste Short-Idee des Tages aktiviert:

20220303 DAXtrade1 an 14050
Eine schnelle Bewegung um 200 Punkte zur Unterseite hin und damit unter die psychologisch wichtige 14.000er-Marke vollzog sich direkt in der ersten Handelsstunde. Denn der Ölpreis war am Morgen auf ein neues Siebeneinhalb-Jahrestief angestiegen.
Die Idee für den DAX-Short ging somit auf, auch wenn ich nicht komplett davon partizipieren konnte, möchte ich den Fortschritt nach der ersten Handelsstunde noch einmal vorzeigen:

20220303 DAXtrade Ausgang
Neben dem Blick auf die Rohstoffe im Energiesektor vermeldeten nun auch Lebensmittel wie Mais oder Weizen gestern historische Preisaufschläge. Zudem stiegen die Erzeugerpreise im Euro-Raum im Januar um den Rekordwert von 30,6 Prozent zum Vorjahresmonat, wie wir am Vormittag erfahren mussten. Diese Daten werden über die Verbraucherpreise in wenigen Wochen die Inflation weiter anheizen oder sogar zu einer Stagflation führen. Was ist das? Eine Inflation in Kombination mit einer stagnierenden Wirtschaftsleistung - das in meinen Augen schlimmere Szenario.
Zurück zum DAX: Die Relevanz der 14.050 wurde am Nachmittag noch einmal deutlich, als der Index im Rücklauf erneut diese Marke anlief. Im Handelsverlauf ist dies deutlich zu sehen:

20220303 DAX Xetra 14050
Mit dem Start der Wall Street drehte der Markt abermals und sank damit noch schneller ab, als am Vormittag. Diesmal hielt die 13.850 als Unterstützung vom Morgen nicht. Der Index wurde direkt zu neuen Jahrestiefs "durchgereicht" und schloss seinen Xetra-Handel mit einem Minus von mehr als zwei Prozent ab. 12 Punkte tiefer als bisher prangt nun das Jahrestief:

20220303 DAX Xetra Wochenverlauf
Rund 360 Punkte Tagesschwankung ließen hierbei zumindest die Volatilität leicht absinken. Die Tagesparameter sind dennoch für Anleger wenig erfreulich, da zudem der Schlusskurs erneut in der Nähe des Tagestiefs verankert war:
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Börsenplatz |
Xetra |
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Letzter Kurs |
13.698,40 |
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Performance |
-2,16 % |
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Kurszeit |
17:54:14 |
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Eröffnung |
13.990,25 |
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Tageshoch |
14.057,15 |
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Tagestief |
13.695,23 |
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Vortageskurs |
14.000,11 |
Bildet sich dort ein Boden?
DAX Big Picture und die Vorbörse am Freitag
Um von einer Bodenbildung auszugehen, müsste der Index mehrere Tiefs auf einer Ebene vollziehen. Gestern war der Unterschied scheinbar noch zu groß (Rückblick):

20220302 DAX Xetra Wochenverlauf
Das neue Jahrestief ist dabei nur sehr knapp eingestellt worden und lag mit 13.695 Punkten genau 12 Punkte unter der bisherigen Marke. Genau das haben wir im Chartbild schon erörtert. Eine Antwort darauf gibt die heutige Vorbörse.
Mit der Zuspitzung in der Ukraine und dem Thema "Atomkraftwerke" wird eine ganz neue Spirale der Angst aktiviert. Dies zeigt sich am Morgen mit erneuten Abschlägen deutlich:

20220304 DAX Vorboerse
Damit ist ein neues GAP heute sichtbar, welches aktuell 260 Punkte umfasst.
Von einer Bodenbildung oder Trendwende sind wir weiter entfernt. Als Trendwende oder zumindest mehrtägige Erholung werde ich im XETRA-Chartbild diese Abwärtstrendlinie beobachten, die uns weiterhin deckelt:

20220303 DAX Xetra Stundenchart
Für das große Bild aktualisiere ich den Tageschart im Zeitraum der letzten 14 Monate und habe folgenden möglichen Support als Region im Blick:

20220304 DAX Vorboerse Tageschart
Zumindest ist es ein Anhaltspunkt, den wir uns gleich noch einmal zur Eröffnung genauer ansehen werden.
Der Livetradingroom zu Rohstoffen, Währungen und weiteren Aktienwerten findet dabei wieder ab 10.00 Uhr von Marcus Klebe zusammen statt:
Aus dem Wirtschaftskalender sind heute vielfältige Termine aus Europa und den USA verankert, die ich täglich entsprechend aufbereite.
Neben mehreren Reden aus dem Fed-Umfeld konzentrieren wir uns am Morgen auf die Handelsbilanz aus Deutschland um 8.00 Uhr.
11.00 Uhr stehen die Einzelhandelsumsätze der Eurozone auf der Agenda.
Wichtigster Termin ist 14.30 Uhr der US-Arbeitsmarkt. Mit den durchschnittlichen Stundenlöhnen, der Erwerbsbeteiligungsquote und der offiziellen Arbeitslosenquote wird der Blick auf den US-Arbeitsmarkt in dieser Woche abgerundet.
Dies dürfte die Märkte letztlich mit einem starken Impuls vor dem Wochenende zum Start der Wall Street initiieren.
Damit wünsche ich uns zum Start in den neuen Handelstag schon jetzt viel Erfolg.
Dein Andreas Bernstein
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