DAX-Morgenanalyse an der 14.000 zum handelsstart: Wie weit tragen die Worte von Jerome Powell?
Zum Mittwoch sprachen wir direkt in der Vorbörse über das bisherige Jahrestief von 13.809 Punkten. Es wurde bereits im Nachthandel unterboten und war dann direkt am Morgen zum Xetra-Start im Fokus der Trader.
Innerhalb der ersten Handelsminuten wurde es unterschritten und ein neues Jahrestief markiert, welches rund 100 Punkte tiefer lag. Doch dies bedeutete erst einmal das Ende des Abwärtsdrucks. Es startete eine kleine Rallye, die unter hoher Volatilität und mit mehreren Anläufen denn am Mittag die runde Marke von 14.000 Punkte zurück auf die Kurstafel brachte.
Bremsend wirkten sich dabei die EU-Daten aus. Die EU-Verbraucherpreise stiegen erneut an und signalisierten damit eine EU-Inflation im Februar von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dieser Wert liegt weiter deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent. Eine Antwort seitens der Notenbank blieb aus, wohl aber eine Wortmeldung aus den USA.
Dies war auch der Anlass für einen weiteren Aufwärtsschub am Aktienmarkt. Der Fed-Präsident Jerome Powell äußerte sich nun genauer zur Zinswende in den USA, deren Höhe der Maßnahmen für Börsianer entscheidend ist. Er sagt in seiner gestrigen Anhörung im Finanzdienstleistungsausschuß des US-Repräsentantenhauses: "Ich neige dazu, eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vorzuschlagen und zu unterstützen". Prompt stiegen die US-Märkte massiv an und sorgten auch im DAX dafür, dass wir ein neues Tageshoch bei 14.105 Punkten erreichten.
In Summe war der Tag damit mit einer Bandbreite von etwa 400 Punkten ausgestattet. Als "Punktlandung" vollzog der Index dann den Schlusskurs auf der 14.000 - wie hier an den Tagesparametern gut abzulesen ist:
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Börsenplatz |
Xetra |
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Letzter Kurs |
14.000,11 |
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Performance |
0,69 % |
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Kurszeit |
02.03.22 |
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Eröffnung |
13.836,93 |
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Tageshoch |
14.105,19 |
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Tagestief |
13.707,86 |
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Vortageskurs |
13.904,85 |
Das gestrige Chartbild aus dem XETRA-Handel zeigt die Aufwärtstendenz nach dem neuen Jahrestief deutlich an:

20220302 DAX Xetra Mittwoch
Getragen vor allem von der Wall Street, an der Dow Jones, S&P500 und Nasdaq alle mit mehr als einem Prozent Plus aus dem Handel gingen. So stark stieg der DAX übrigens prozentual nicht an.
Wie skizziert das damit das große Bild und die Vorbörse?
DAX-Ideen zum Donnerstag
Gestern sprachen wir in der Vorbörse über die mögliche Bodenbildung in diesem Bereich und zeigten auch Ziele auf der Oberseite auf (Rückblick):

20220302 DAX Vorboerse Szenario
Die Bodenbildung erfolgte. Die Ziele auf der Oberseite stehen weiterhin im Chartbild verankert und blieben aus. Mittelfristig habe ich daher einen neuen Abwärtstrend skizziert und das Fragezeichen der Bodenbildung an den Chartverlauf im Xetra-Handelsrahmen angepasst:

20220302 DAX Xetra Wochenverlauf
Beide Chartbild im Einklang zeigen die Brisanz der 14.200 deutlicher auf. Ich habe dies mit einem Pfiel markiert:

20220302 DAX Xetra 14200
Negativ zu werten sind die weiterhin festen Ölpreise. Sie könnten am Ende die Fortsetzung der Rallye bremsen. Zwar haben einige Unternehmen wie RWE und E.ON schon signalisiert, dass es keine Energiekrise geben sollte und im Zweifel auch Kohlekraftwerke wieder ans Netz gehen können, doch wie wenig Anleger diese Idee teilen, sahen wir an den gestrigen Kursreaktionen dieser Unternehmen.
Für das Gesamtbild bleibt auch ein höherer Goldpreis eher ein Deckel am Aktienmarkt.
In der Vorbörse sehen wir nach einem Test der 14.000 nun leicht steigende Notierungen:

20220303 DAX Vorboerse
Wie lange die durch Jerome Powell gestern ausgelöste Rallye andauert, ist schwer zu sagen. Auch eine Fortsetzung der Friedensverhandlungen für die Ukraine könnte dieser Bewegung weiteren Schub verleihen.
Ich behalte die gestrigen Hochs und dann die 14.200 als realistische Ziele im Hinterkopf und würd eunter 13.950 Punkten dann jedoch wieder die Shortseite favorisieren.
Der Livetradingroom zu Rohstoffen, Währungen und weiteren Aktienwerten findet dabei wieder ab 10.00 Uhr von Marcus Klebe zusammen statt:
Aus dem Wirtschaftskalender sind heute vielfältige Termine aus Europa und den USA verankert, die ich täglich entsprechend aufbereite.
Der Markit PMI steht dabei im Mittelpunkt. Er wird 9.55 Uhr für Deutschland, 10.00 Uhr für die EU, 10.30 Uhr für England und 15.45 Uhr für die USA veröffentlicht.
Zum Mittag gilt der Blick den EZB Accounts. Hier sind alle geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbank zusammengefasst.
14.30 Uhr erscheinen dann die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe und die US-Lohnstückkosten als weiteres Puzzlestück zum US-Arbeitsmarkt. Die offizielle Gesamtquote steht dann am Freitag auf der Agenda.
16.00 Uhr folgen noch der ISM Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes und die US-Werkaufträge.
Eine weitere Anhörung von Jerome Powell beschliesst den Nachmittag an Terminvorgaben.
Damit wünsche ich uns zum Start in den neuen Handelstag schon jetzt viel Erfolg.
Dein Andreas Bernstein
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